Keine Chance für Karius und Baktus - Gesunde Zähne von Anfang an (sb)

Karius und Baktus - die zwei Figürchen mit der zu Berge stehenden Frisur sind mir noch aus meiner Kindheit in den 80ern bestens bekannt. Waren sie doch abschreckendes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn wir als Kinder zu viel süßes Zeug naschten und uns hinterher nicht die Zähne putzten. Mit vollem Eifer richteten sich die beiden ihre Behausung in unserem Gebiss ein, ein fröhliches Liedchen auf den Lippen, bewaffnet mit Hammer und Meißel. AUA!! Damit ich bei meinem Baby mit bestem Beispiel vorangehen kann, sobald sich die ersten Beisserchen zeigen, habe ich mich einmal bei einer Expertin schlau gemacht. Als ich die Einladung zum Zahnpflegeseminar von Brigitte Godizart, der Expertin für Zahnprophylaxe erhielt, dachte ich zunächst: "Ein Zahnpflegeseminar? Brauche ich so etwas überhaupt? Ich kann meine Zähne putzen, also werde ich das wohl auch bei meinem Sohn hinbekommen." Im Seminar wurde ich jedoch eines Besseren belehrt, dass es eine ganze Menge zu beachten gibt.

Quellen © Godizart
Quellen © Godizart

Zahnpflege in der Schwangerschaft

 

Besucher des Seminars waren sowohl Schwangere als auch Mütter von Kindern aller Altersklassen. Zunächst ging Frau Godizart auf die Zahnpflege in der Schwangerschaft ein, die einen wichtigen Bestandteil der  gesundheitlichen vorgeburtlichen Vorsorge ausmacht. Durch die bessere Durchblutung des Zahnfleisches in der Schwangerschaft, können unter anderem Probleme wie Zahnfleischbluten auftreten. Es wird daher eine softe, plane Zahnbürste empfohlen sowie eine Zahnpflege, die hier unterstützt. Mindestens zweimal- einmal im ersten Trimenon und einmal im letzten wird in der Schwangerschaft empfohlen, zur Zahnkontrolle- und Prophylaxeberatung zu gehen. Die Hauptbehandlung der Zahnarzt- und Prophylaxebehandlung sollte in der Zeit von der 13. – 28.Woche erfolgen. Zu einer guten Prophylaxe gehört eine ausführliche Anamnese und eine schonende Behandlung, inklusive einer professionelle Mundhygieneberatung mit praktischen Übungen und entsprechenden Hilfsmitteln. Auf „Airpolish mit groben Salz“ soll verzichtet werden, alternativ gibt es hierzu das Airpolish mit Glycinpulver, welches abbaubar ist. Zur häuslichen Umsetzung der Mundpflege bitte 2x täglich die Zahnsaumpflege betreiben und 1x täglich die Interdentalraumpflege mit Stix / und oder Zahnseide. Wer diesen Rat befolgt, hat gute Chancen, gesund zu bleiben. 

Quellen: © MAM Oral Care Rabbit ; TePe; elmex
Quellen: © MAM Oral Care Rabbit ; TePe; elmex

Die richtige Zahnpflege für die Kleinen

 

Wie oft muss geputzt werden?

 

Wenn sich nach (in der Regel) 6-8 Monaten die ersten Milchfronzähnchen zeigen, sollen diese 1-2 Mal täglich jeweils eine Minute geputzt werden. Mit Durchbruch des ersten Backenzahnes,

muss zweimal täglich geputzt werden, da sich in den Backenzähnen mehr Verästelungen (Fissuren) befinden, in denen sich Bakterien festsetzen können. Sind alle 20 Zähne im Milchgebiss vorhanden, sollte mindestens 2 Mal am Tag geputzt werden.

  

Welche Bürste benutze ich wann?

 

Einige Mütter fangen schon vor Durchbruch der ersten Zähnchen damit an, dem Baby mit einem speziellen Fingerling (z.B. von MAM; s. Foto) das Zahnfleisch sanft zu massieren. Es kann sein, ist aber ist nicht genau bewiesen, dass dies den Durchbruch weniger schmerzhaft macht. In jedem Fall aber führt man den Zwerg so auf spielerische Weise an die Zahnpflege heran. Auf dem Foto übernimmt diese Aufgabe das Häschen. Für die ersten Zähne kann der Fingerling zum Säubern benutzt werden, sobald sich aber immer mehr Zähne im Kiefer breitmachen, ist der Griff zur Zahnbürste Pflicht. Für die kleinsten soll diese ganz weiche Borsten haben und auf keinen Fall soll man das Kind unbeaufsichtigt damit spielen lassen, da es sich die Bürste ansonsten zu tief in den Hals stecken könnte. Einige Firmen wie MAM https://www.mambaby.com/de/ bieten spezielle Babyzahnbürsten mir einem Abstandshalter an. Dann darf das Baby auch mal selber ran und nichts kann passieren. Für das Alter von 3-6 Jahren gibt es schon etwas größere Zahnbürsten und mit fortschreitendem Alter kann eine normale Handzahnbürste mit sensitiv Borsten verwendet werden. Wer gerne eine elektrische Zahnbürste für sein älteres Kind verwenden möchte, der hat auf dem Markt ebenfalls eine gute Auswahl. Auch hier ist es wichtig, dem Kind die richtige Putztechnik zu vermitteln und dennoch nachzukontrollieren und bis zum 10. Lebensjahr im besten Fall nachzuputzen. 

 

Wie viel Zahnpasta wird benötigt?

 

Im ersten und zweiten Lebensjahr wird 1 Erbse Kinderzahnpasta pro Tag benötigt. Also entspricht dies einer halben pro Putz-Session. Im zweiten und dritten Lebensjahr werden 2 Erbsen pro Tag benötigt und vom dritten bis sechsten Lebensjahr 3 Erbsen pro Tag. Die Zahnpasta darf bis zum 6. Lebensjahr nur 500 ppm Fluorid enthalten.  

Quellen © Godizart
Quellen © Godizart

Wie lange soll ich meinem Kind beim Putzen helfen?

 

Kinder können ihre Zähne erst dann selbstständig und ordentlich putzen, wenn ihre Hand so beweglich ist, dass sie mit der Zahnbürste auch die hintersten Zähne mühelos erreichen. Bis zum Alter von ca. 8-10 Jahren müssen Mama und Papa daher das Putzen übernehmen oder zumindest kontrollieren und nachputzen.

 

Welche Rolle spielt Fluorid?

 

Ging man in jüngster Vergangenheit noch davon aus, dass es wichtig war, bereits Neugeborene Fluorid in Form von Tabletten zu verabreichen, gehen die neuesten Empfehlungen in eine andere Richtung. Um auf den Zahnschmelz wirken zu können, muss Fluorid einige Zeit im Mund bleiben. Daher gehen die Empfehlungen dorthin, besser ab dem ersten Zahn eine fluoridhaltige Zahnpasta zu verwenden. Folgende Dosierungen sind wichtig: bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr soll mit einer Kinderzahnpasta mit 500 ppm Fluoridgehalt geputzt werden und danach eine Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mit einem Gehalt von 1.000 -1450 ppm verwendet werden.

 

Wie kann Xylitol Karies verhindern?

 

Ist nach einer Mahlzeit mal keine Bürste zur Hand, so gilt der Zuckeraustauschstoff Xylitol als Mittel der Wahl, um schädliche Säuren im Mund zu neutralisieren. Xylitol vermindert die Plaquebildung und der regelmäßige Verzehr senkt die Anzahl der Streptokokken im Speichel deutlich. Darüber hinaus können sich weniger schädliche Bakterien am Zahnschmelz ablagern. Kein Spaß für unsere hämmernden Freunde Karius und Baktus. Xylitol gibt es in Form von Kaugummi oder Bonbons. Es wird also erst ab einem Alter empfohlen, an dem sich Kindern daran nicht mehr verschlucken können. Vorsicht ist dennoch geboten- ein übermäßiger Verzehr kann abführend wirken. 

Fazit

 

Das Zahnpflegeseminar war richtig klasse, informativ und hat meine Erwartungen übertroffen. Darüber hinaus gab es jede Menge Pröbchen, so dass ich am Abend zuhause mal wieder richtig Lust hatte, auch etwas für meine Zähne zu tun und mich akribischer als sonst deren Pflege widmete. Noch erwarte ich gespannt das Aufblitzen des ersten Babyzähnchens in Juniors Mund und dann bin ich bestens gewappnet für das, was kommt. Falls ihr euch auch zum Thema informieren möchtet, kann ich die Zahnprophylaxe-Expertin Brigitte Godizart besten Gewissens weiterempfehlen. Auf Ihrer Webseite erhaltet ihr nähere Infos: http://www.godizart.de.

 

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