Dreckfressen Deluxe -Gartenarbeit mit Krabbelkind (jh)

Herrlich: Gras zupfen...und dann in den Mund stecken.
Herrlich: Gras zupfen...und dann in den Mund stecken.

Endlich ist der Frühling da. Und mit ihm auch wieder die Lust die eigenen Hände tief in die Blumenerde zu stecken. Doch ich war mir unsicher wie das mit einem so aktiven Krabbelkind wie wir es zuhause haben zu bewerkstelligen sein soll. Das Fazit vorab: es ist alles nur halb so dramatisch wie man vorher denkt.


Handschuhe schützen die zarte Kinderhaut.
Handschuhe schützen die zarte Kinderhaut.

Unkraut jäten, Sträucher schneiden, Pflanzen einsetzen, Rasen mähen... im Garten gibts jede Menge zu tun. Aber nicht alles lässt sich mit Krabbelkind mal eben so nebenbei erledigen. Im vergangenen Jahr, als der Mini-Held nicht so mobil war, war das alles noch recht einfach. Da hat er im Kinderwagen geschlafen oder auf seiner Decke gespielt. 


Jetzt flitzt er hin und her und auch die ersten Gehversuche absolviert er mittlerweile eigenständig. Der Mini-Held gehört auch nicht zu den Kindern, die lange Zeit alleine im Sandkasten spielen würden. Mittendrin statt nur dabei ist sein bevorzugtes Motto. Und das bedeutet: er krabbelt über Stock und Stein, quer durch die Beete, probiert hier ein bisschen Rasen und wühlt dort in der Blumenerde. Irgendwie hat man nie genug Augen gleichzeitig....

Die richtige Kleidung:


Wer sein Kind 'gartengemäß' anzieht hat ein paar Sorgen weniger. Lange, luftige Kleidung sowie ein entsprechender Hut oder Mütze helfen als Schutz gegen die Sonne. Zudem cremen wir das Gesicht des Mini-Helden mit Sonnenschutzcreme ein. Riecht ätzend, erfüllt aber seinen Zweck. 

Da der Zwerg beim Krabbeln ordentlich Tempo vorgibt, bekommt er als Schutz für die Zehen Lauflernschuhe angezogen. Diese hab ich günstig im top Zustand auf einem Babybasar erworben. Und es hat sich gezeigt, dass sie tatsächlich sinnvoll für uns sind. Denn sie sind schon ordentlich abgeschabt.


Der Mini-Held macht sich bevorzugt auf den Weg vom Garten durch die Garage über die Einfahrt und den Fußweg zu Nachbars Scheune. Und da er dabei vor Vergnügen quietscht und lacht, lassen wir ihn unter Aufsicht gewähren - und ziehen ihm Handschuhe als Schutz für die zarte Haut an. 


Zwei Hosen hat der Knirps auf seinen Touren zu Beginn an den Knien kaputt gekrabbelt. Also hab ich ihm eine Softshell-Hose genäht. So eine Hose kann ich nur wärmstens empfehlen. Sie hält bisher den Mini-Touren Stand, schützt vor Nässe und lässt sich leicht abwischen. Solche Hosen gibts auch im Internet zu kaufen, man muss keineswegs dem Nähen als Hobby dafür verfallen sein.


Sicherheit im Garten:


Bevor man entnervt hinter dem Zwerg herrennt, weil er überall hin möchte wo es gefährlich ist, ist ein Gang durch den Garten mit offenen Augen sehr hilfreich. 

- Gartengeräte vom Boden aufheben und in sicherer Höhe/ Umgebung verstauen.

- Outdoor-Steckdosen abstellen oder sichern (die meisten von unseren haben eine verschließbare Kappe)

- Tretminen entsorgen (so manche Nachbarskatze...ach lassen wir das)

- leere Blumentöpfe und die restlichen Blumenzwiebeln verstauen.

- giftige Pflanzen rausreißen und wegschmeißen. Älteren Kindern kann man sicher erklären, was sie essen dürfen und was nicht. Meinem Krabbelkind ist das egal. Eine Liste solcher Pflanzen findet Ihr z.B. hier auf dieser Webseite


Wer sich von einigen Pflanzen nicht verabschieden möchte kann sie auch kindersicher umpflanzen. Der Rhododendron hat so in einem Beet im Vorgarten Platz gefunden, von dem wir unseren Zwerg fernhalten. Auch die Osterglocken sind dort gelandet.

Wir achten zudem darauf, dass der Mini-Held bis auf den Rasen keine anderen Pflanzen in den Mund nimmt. 

Und jetzt endlich raus:


So ausgestattet flitzt der Mini-Held unter Aufsicht im Garten umher. Damit ich dabei trotzdem noch Gartenarbeit erledigen kann, hab ich einen Eimer mit Handschuhen, Rosenschere, Grabkelle usw. immer griffbereit. Ein zweiter, leerer Eimer dient als Unkrautfänger. So versuche ich dann die Beete fix unkrautfrei zu bekommen, kann die Rosen pflegen usw. Natürlich muss ich dabei immer schauen was der Mini-Held so treibt. Und gelegentlich muss ich dann eingreifen, aber meistens passt es so ganz gut.


Ein Tipp: nach einem Spaziergang bleibt Junior oftmals noch problemlos 15-20 Minuten relativ entspannt im Kinderwagen sitzen, wenn er mir währenddessen bei der Arbeit zusehen kann. In dieser Zeit lässt sich doch mehr erledigen als man vorher denkt.

Einfach spannend: Papa mäht den Rasen.
Einfach spannend: Papa mäht den Rasen.
Entspannter zu zweit:

Richtig entspannt ist es aber, wenn man eine andere Person hat, die auf den Zwerg aufpassen kann während man selbst daneben werkelt. So sitzt der Mini-Held gerne in der Rasenmitte wenn mein Mann den Rasen mäht. Ich hab dabei mit etwas Abstand einen Blick auf den Zwerg. Das ist aber auch einfach zu süß wenn er gebannt mit den Augen dem Rasenmäher folgt.

Das geht aber nicht immer. Und damit musste ich mich einfach von der Vorstellung vom perfekten Garten verabschieden. Aber dafür haben wir jetzt so viele schöne gemeinsame Momente draußen, da kann das Unkrautjäten ruhig mal warten.

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Kommentare: 3
  • #1

    Silke (Montag, 10 April 2017 11:14)

    Sehr schöner Artikel!
    Aber eine Sache möchte ich doch anmerken. Warum zieht man seinem Kind Handschuhe an? Sie hindern dem Kind doch eigentlich nur bei der Wahrnehmung seiner Umwelt. Jedes Kind in diesem Alter nimmt seine Umwelt in diesem Alter über alle seine Sinne wahr, dazu gehört auch der Tastsinn, etwas zu fühlen, verschiedene Materialien kennenzulernen, mit Handschuhen ist dies leider nicht möglich.
    Viele Grüße von der 2-fach Mama und Erzieherin �!

  • #2

    Jennifer Held (Montag, 10 April 2017 13:21)

    Hallo Silke, vielen herzlichen Dank für Deinen Kommentar und Deine Anmerkung. Grundsätzlich gebe ich Dir absolut recht. Wenn wir auf dem Rasen oder im Sandkasten spielen hat er auch keine Handschuhe an. Wenn er sich allerdings durch den Garten bewegt hat er sie an. Denn wir haben sehr viel gepflasterte Fläche, z.B. leider auch einen Weg mitten durch die Rasenfläche. Auch der Weg zu den Nachbarn führt ausschließlich über rauen Betonpflaster. Und da der Mini-Held beim Krabbeln richtig Speed gibt, verletzt er sich die Hände an den rauen Betonplatten sehr schnell. Deshalb haben wir für uns die Möglichkeit mit den Handschuhen ausgewählt. So kann er dann vergnügt dort langflitzen. Ich denke da müssen Eltern selbst wählen, wie sie vorgehen, da sie die Gegebenheiten vor Ort am besten kennen. Liebe Grüße, Jenni

  • #3

    Silke (Dienstag, 11 April 2017 18:10)

    Danke für deine Antwort!
    Klar kann und darf es jeder selbst entscheiden :-). Es hatte mich nur im ersten Moment etwas irritiert.
    Vlg Silke