Die ersten Schuhe (jh).

Der Zwerg richtet sich in der Küche an der Spülmaschine auf, dreht sich in meine Richtung, nimmt die Hände von der Maschine - und läuft los. Wackelig, tapsig und mit einem Grinsen von einem Ohr bis zum anderen im Gesicht läuft er ohne andere Hilfe auf mich zu und fällt mir anschließend lachend in die Arme. Was für ein unbeschreibliches Gefühl! Und damit der Mini-Held noch sehr lange viel Freude am Laufen hat, haben wir ihm zwei Wochen später seine ersten Schuhe gekauft. Welch ein Meilenstein!


Als der Mini-Held einmal begriffen hatte, wie er sich laufend fortbewegen kann und welche bisher ungeahnten Möglichkeiten und Perspektiven sich ihm eröffneten, lief er seitdem als würde es Geld dafür geben. In den ersten zwei Wochen haben wir ihn Zuhause entweder barfuß (dank Fußbodenheizung geht das auch im April) oder mit Stoppersocken laufen lassen. Ich wollte ihm keine Schuhe anziehen, damit er erst einmal Sicherheit beim Laufen bekommt. Als er diese dann hatte, war es allerdings vorbei mit den ruhigen Buggy-Spaziergängen. Der Zwerg wollte raus und die Welt erkunden. In Ordnung, aber dafür musste vernünftiges Schuhwerk her. Auf einem Babybasar hatte ich neue Lederschuhe einer guten Schuhmarke günstig erstanden. Aber dann war ich mir doch unsicher, ob Größe, Weite und Form das Richtige waren. Woher sollte ich wissen, ob die Schuhe tatsächlich gut passen, oder ob er darin eingequetscht wird? Also haben wir Junior ins Auto verfrachtet und sind nach Euskirchen zum Schuhhaus Lange gefahren. Auf der Webseite warb das Unternehmen mit mehr als 50 Jahren Erfahrung. Die wollten wir nutzen.

Im Schuhhaus wurden wir freundlich empfangen und packten den Mini-Held aus dem Buggy aus. Nachdem wir ihm die dicken Stoppersocken ausgezogen hatten (nochmal zur Erinnerung - es war April :)) nahm die Mitarbeiterin erst einmal die Maße der Füße ab. Als erstes war klar: Der Herr lebt mit Größe 23 im Alter von 12 Monaten auf verdammt großem Fuß. Das hatte ich so nicht erwartet, schließlich lagen die im Netz verfügbaren Tabellen immer bei den Größen 19 oder 20 für sein Alter. Da war ich zum ersten Mal wirklich froh, dass wir ins Schuhhaus gegangen sind, um uns umfassend beraten zu lassen.

 

Als zweites stellte die Mitarbeiterin fest, dass der Mini-Held einen sehr breiten Fußballen besitzt. Den hat der arme Kerl wohl von mir geerbt. Zwar hieß es, dass sich der Fuß durch das Laufen noch verschmälern kann, aber nicht muss. Der breite Fußballen bedeutete, dass einige eher schmal geschnittene Schuhmarken direkt wegfielen und die Mitarbeiterin auf Marken zurückgreifen muss, welche die Weite "W" für weit auch anbieten.

 

Das sollte Juniors erster Schuh unserer Meinung nach können:

- bequem sein und den Fuß nicht einquetschen

- genügend Stabilität beim Laufen bieten

- atmungsaktiv sein

- Klettverschlüsse haben, da er Schleifen mit Vorliebe aufzieht und selten stillsitzt, um sich welche binden zu lassen

- nach Möglichkeit schick aussehen

 

 

Juniors erste Schuhe: Pepino Laif von Ricosta
Juniors erste Schuhe: Pepino Laif von Ricosta

Während Papa alle Hände voll zu tun hatte den Mini-Helden nicht auf die Einkaufsstraße entwischen zu lassen (ja, wenn sie wollen geben sie richtig Gas die Kleinen), suchten zwei Mitarbeiter mehrere Schuhe zur Anprobe aus. Wir entschieden uns dann nur so viele Schuhe zu testen, wie Junior auch ohne Getöse anziehen wollte. Schließlich wollten wir das Anziehen der Schuhe nicht mit Krampf und Kampf beginnen. Aber die gelassene Atmosphäre stimmte auch Junior eher versöhnlich und so ließ er sich brav die Schuhe anziehen.

 

Völlig erstaunlich für uns war es zu sehen, wie er selbst entschied, ob die Schuhe für ihn gut waren oder nicht. Nach dem Anziehen der Schuhe stellten wir ihn mit beiden Füßen auf den Boden. Bei einem Paar Schuhe setzte er sich direkt auf den Boden und weigerte sich standhaft auch nur einen Schritt darin zu laufen.

Mit seinen Schuhen lief Junior dann durch gefühlt ganz Euskirchen.
Mit seinen Schuhen lief Junior dann durch gefühlt ganz Euskirchen.

Zwei Tage später waren sie dann endlich da: Juniors erste richtige Schuhe in der weitesten Weite, die es gab. Aber wie würde der Zwerg auf die Schuhe reagieren?

 

Wir zogen ihm die Schuhe an, stellten ihn hin - und er lief quietschend vor Vergnügen los. Bevor der Mini-Held aber seine Schuhe anbehalten durfte, wurde an der herausnehmbaren Schuhsohle wieder getestet. Und siehe da, der Fuß hatte genügend aber nicht zuviel Platz. Und mit "seinen", perfekt sitzenden Schuhen wollte Junior auf keinen Fall mehr zurück in den Buggy.

Der Verkäufer lächelte und meinte, der Kleine würde bestimmt nach 50 Schritten müde werden. Aber bei dem Grinsen im Lausbubengesicht war uns klar, dass das garantiert nicht der Fall sein würde. Und so ging es mit neuen Schuhen hinaus in die Welt - auf die Euskirchener Einkaufsmeile. Vom Schuhhaus lief Junior dann bis zur Galeria Kaufhof und dort einmal durch das Untergeschoss und das Erdgeschoss, anschließend drehten wir eine Runde in einem anderen Geschäft, dann ging es wieder in die Einkaufspassage bis zur Bäckerei wo wir ihn mit einem Brötchen bestachen, damit er sich wieder in den Buggy setzen würde.

 

Etwas schweißgebadet aber froh fuhren wir wieder nach Hause. Die Schuhe saßen perfekt und erfüllten auch unsere persönlichen Kaufkriterien. Und von da an gab es für Junior kein Halten mehr: Ob Straße, Feldweg, Wiese oder Schotter - dank der neuen Schuhe gehörte ihm anscheinend jetzt die ganze Welt.


Unsere Tipps für Euch:

  • Kinderfüße professionell vermessen lassen.
  • Persönliche Beratung von gut geschulten Verkäufern oder Kinderschuhspezialisten in Anspruch nehmen.
  • Euren Zwerg beim Laufen in den Schuhen genau beobachten.
  • Im Zweifel ein anderes Schuhgeschäft aufsuchen, wenn einem das erste Beratungsergebnis nicht passt.

 

Kinderfüße sind so klein (ja, auch in Größe 23 :)) und in dem Alter leider extrem formbar. Zu kleine aber auch zu große Schuhe können schwere Folgeschäden nach sich ziehen, denn die Stellung von Füßen und Beinen erfolgt erst durch deren dauerhafte Benutzung.

 

Als nützliche Lektüre haben wir später den "Kinderfußreport" entdeckt - herausgegeben vom Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie e.V.. Auch hier stehen viele nützliche Infos drin.


Und jetzt im Sommer? Da trägt der Mini-Held natürlich vorne geschlossene Sandalen. Ebenfalls beim Schuhfachmann erworben.

 

Wie habt Ihr den Kauf der ersten "richtigen" Kinderschuhe erlebt? Wir denken gerne daran zurück, wie ist das bei Euch? Wart Ihr zufrieden? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!

Autorin: Landmutti Jennifer Held

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Kommentare: 1
  • #1

    Desiree Kasperczak (Mittwoch, 12 Juli 2017 22:03)

    Hallo.
    Wir stehen noch vor dem Kauf der ersten Schuhe.
    Unser kleiner läuft jetzt seit ca. 2 1/2 Wochen.
    Ich denke, jetzt läuft er einigermaßen sicher und wir können los.
    Denke, wir gehen auch zu Lange in Eu.
    Danke für die Infos.