Glücklich im Grünen - Unsere Gründe für das Landleben.

Das Landleben ist einfach schön! Zumindest für uns und unsere Familien gibt es keine Alternative. Jede Landmutti hat einmal aufgeschrieben, welche drei Punkte ihr am Landleben besonders gut gefallen.


Von Landmutti Jennifer Mertens

 

1. Ab in die Natur

Bei uns muss man nicht erst nach einem grünen Flecken suchen oder lange mit dem Auto fahren. Wir machen nur die Haustür auf und gehen ein paar Hundert Meter zu Fuß. Es ist einfach schön bei uns. Felder in vielen bunten Farben. Es macht Spaß mit den Kindern zu gucken, was auf den Feldern wächst und was man damit alles machen kann. 

Bei uns gibt es viele Getreidefelder und wir schauen immer zuerst hat es Grannen dann ist es Gerste,  hat es diese nicht, ist es Weizen. Was kann man später alles daraus machen? Für uns Mehl oder Müsli aus den Körnern und für die Tiere kann man Stroh aus den Halmen machen. Wenn Erntezeit ist, gucken sich die Zwerge gerne die großen Mähdrescher an oder die Traktoren mit den Anhängern. Das ist nur ein Beispiel, was es hier so gibt, es gibt natürlich noch viel viel mehr.

 

2. Jeder kennt und hilft jedem 

Es kann toll sein, aber auch ein Fluch, fast jeden im Dorf zu kennen. Ich spreche heute aber lieber mal über die guten Dinge.

Ich war mit den Kids spazieren und was haben wir verloren, oh je unseren Wauzi (für die die es noch nicht gelesen haben, das Lieblingstier unseres Sohnes). Wir haben den Verlust noch nicht mal realisiert und bekamen schon eine Mail, dass er gefunden wurde und bereit zur Abholung liegt.

Kuchen backen ohne Mehl? Auch keine gute Idee, aber kein Problem. Ab zum nächsten Nachbarn und beim nächsten Einkauf 2 Packungen kaufen.

Es ist schön, wenn man nicht wie ein Fremder durch das Dorf läuft und überall mit Namen begrüßt wird. Als Zugezogener gibt es ja viele Feste von den ortsansässigen Vereinen und man bekommt so auch schnell Anschluss und neue Freunde.

 

3. Tiere nicht nur aus dem Bilderbuch 

Mach das Mäh mal ei! Hier gar kein Problem. Pferde, Kühe, Ziegen, Schafe, Enten, Gänse, Hunde, Katzen und noch viel viel mehr Tiere gibt es hier bei uns. Altes Brot wird bei uns immer getrocknet, damit wir auf unseren Spaziergängen auch ja die lieben Tiere füttern können. Auch unsere Bauern mögen alle Kinder und freuen sich wenn der Mini-Bauer oder die Mini-Bäuerin vorbei kommt und abends dabei hilft, die Kühe zu füttern. Meine Kinder lieben alle Tiere. Daher muss ich immer gut aufpassen, denn meine Zwerge möchten am liebsten jedes Tier streicheln und das ist gerade bei Hunden nicht immer so gut. 

 



Von Landmutti Jennifer Held

 

4. Leckeres direkt vom Erzeuger

Erdbeeren, Spargel, Kartoffeln, Zwiebeln, Birnen, Äpfel, Kohl und Salat, Fleisch, Käse und Wurstwaren, Brot und Brötchen... ich könnte die Liste schier endlos weiterführen. Alles haben diese Produkte gemeinsam: Ich kann sie hier vor Ort direkt beim Erzeuger kaufen. Ob klassische Landwirtschaft, Bio-Bauer oder Demeter-Hof, was in den Großstädten oftmals nur in speziellen Geschäften angeboten wird, erhalte ich hier sofort. Inklusive freundlicher Beratung, teilweise kostenfreiem Lieferservice und der Möglichkeit mir die Höfe selbst anzuschauen. Einfach klasse. Und lecker.

 

5. Zeit für freundliche Gespräche

Als wir das erste Mal hier im Supermarkt eingekauft haben, bekam die Kassiererin irgendwann richtige Schweißausbrüche, unterbrach ihre Arbeit schließlich und fragte mich, ob ich es so eilig hätte und dringend noch wohin müsste. Ich verstand erstmal nur Bahnhof. Schließlich war ich es aus Köln gewohnt alles vom Kassenband schnell in den Wagen zu schmeißen, eilig zu bezahlen und dann fluchtartig den Laden zu verlassen. Denn schließlich wollen ja alle einkaufen. Und irgendwie hat niemand Zeit. Hier ist das anders. Die Menschen haben nicht mehr Zeit, aber sie nehmen sie sich! Sie sprechen mit der Kassenkraft über Kinder, Enkel oder neue Rezepte, halten einen Plausch mit den Nachbarn, stoppen im Dorf das Auto für ein kurzes Gespräch mit Freunden... Anfangs habe ich nur auf die Uhr geschaut und mich hektisch gefragt wanns denn weitergeht. Heute freue ich mich auf den Plausch an der Kasse - der dann schonmal von allen am Band stehenden Personen geführt werden kann. Und wenn wir anschließend fröhlich die Einkaufstüten verstauen haben wir auf dem Nachhauseweg zwar keine Zeit gespart, aber ich fühle mich sozusagen entschleunigt und zufrieden. Was ein paar Worte zwischen Menschen doch positiv anrichten können. 

 

6. Ich bekomme viel Wohnraum fürs Geld

In Köln haben wir im Norden gewohnt, 45 Minuten von der Innenstadt entfernt. Die Busse fuhren nur bis 22 Uhr, die nächsten Einkaufsmöglichkeiten waren nicht fußläufig erreichbar und für die Fahrt zur Arbeit benötigten wir zwei Autos. Und trotzdem hat uns die 3-Zimmer-Wohnung mit Balkon in der Großstadt die gleiche Miete gekostet wie das große Haus mit eigenem Garten in Zülpich. Wir fühlten uns zu Beginn wie die Protz-Könige, weil wir auf einmal so unfassbar viel Platz hatten. 

Schließlich haben wir hier Eigentum erworben. Wenn ich mir die Immobilienpreise in den Großstädten anschaue, dann wird mir schlecht. Selbst sanierungsbedürftige, kleine Häuser mit wenig Grundstück kosten gefühlt ein kleines Vermögen. In Köln hätten wir mit Sicherheit kein Eigentum erworben, denn die Preise sind auch in unserer früheren Wohngegend so astronomisch hoch, dass ich Angst hätte es nicht einmal bis zum Renteneintritt zu schaffen, das Haus abzuzahlen. Und dann? Über gewisse Flüsterpost-Stellen in Familie und Freundeskreis haben wir sogar mitbekommen, dass sich einige Familien für ihren Traum vom Eigenheim so hoch verschuldet haben, dass selbst eine halbwegs normale Autoreparatur ein Ding der Unmöglichkeit darstellt.

"Auf dem Land" haben wir für einen vernünftigen Preis ein schönes Haus mit tollem Garten und genügend Platz für uns alle erworben - und ich kann völlig beruhigt damit abends schlafen gehen.

 



Von Landmutti Sabine Bürger

 

7. Und wenn et Trömmelsche jeht... Traditionen leben weiter

Die Blaskapelle gibt den Ton an, Männer und Frauen in grünen Uniformen marschieren im Stechschritt durch die Straßen, und in ihrer Mitte winkt ein Königspaar in schnieker Robe freudig der jubelnden Menge am Wegesrand zu. Wenn das passiert, dann ist das alljährliche Schützenfest in vollem Gange. Der illustre Zug bewegt sich durch das Dorf, um dann im festlich geschmückten Schützenzelt Vollgas zu geben und die Nacht zum Tag zu machen. Keiner muss - aber jeder kann mitmachen. Und wenn man sich drauf einlässt, was ich jedem Zugezogenen auch einmal raten würde, dann landet man selbst schneller als gedacht auf der Tanzfläche oder am Stehtisch mit dem ein oder anderen Gläschen Kölsch in der Hand. Die zweite wilde Zeit ist die jecke Zeit rund um Karneval. Auch davor macht das Dorf nicht halt. Wir haben einen eigenen Karnevalszug und die Ortsvorsteherin persönlich macht hier so richtig Stimmung. Aber auch die Weihnachtszeit ist etwas Besonderes, wenn rund um den ersten Advent der Weihnachtsbaum vom ortsansässigen Kindergarten festlich eröffnet wird und der ein oder andere Glühwein bei den Erwachsenen fließt. Die ältere Dorfjugend kommt dann beim Tanz in den Mai zum Einsatz, in dem sie den Maibaum und das Maifeuer bewacht. Also nix mit verschlafenem Landleben :-) Was hier natürlich auch noch gelebt wird, ist der typisch rheinische Dialekt, bei dem der ein oder andere Neuankömmling erstmal nur Bahnhof versteht. Aber "drink doch ene met" versteht sich ja wohl von selbst.

 8. Entschleunigung im Grünen

Sobald ich abends aus Richtung Stadt rausfahre aufs Land habe ich dieses entspannte Urlaubsgefühl. Abends kann man noch eine Runde durch die Felder drehen oder es sich mit einem Gläschen Wein im Garten gemütlich machen. Wenn es dunkel wird, drehen Fledermäuse ihre Kreise um die Laternen, Igel rascheln durchs Unterholz, Käuzchen suchen ihre Beute und im Sommer flitzen leuchtende Glühwürmchen durch die Luft. Mittendrin statt nur dabei. Das hört sich alles sehr idyllisch an und ehrlich gesagt, ist es auch. Das Landleben bietet viele Möglichkeiten zum Durchatmen und die Seele baumeln lassen. Abends legt man eben die Füße zuhause hoch und genießt den grünen Ausblick oder quatscht noch eine Runde mit den Nachbarn über den Zaun. Trotzdem ist der Weg in die nächste Rheinmetropole nicht weit und in einer guten halben Stunde bin ich mitten in Köln oder Bonn. Außerdem bieten die Eifel, das nahe gelegene Belgien oder die Niederlande viele Möglichkeiten für einen entspannten Wochenendausflug.

 

9. Parkplätze für alle

Das ist wirklich Luxus pur. Egal, wo ich mich im Umkreis unseres Dörfchens bewege und auch beim Großeinkauf im nächsten Supermarkt - es ist einfach Platz zum Parken da. Keine engen Lücken, in die ich mich reinquetschen muss oder Angst haben muss, dass der nächste Knöllchenjäger gleich um die Ecke biegt. So gerne ich auch mal in die Stadt fahre, bekomme ich dabei bereits bei der Aussicht aufs Einparken Schweißausbrüche und Schnappatmung. Finde ich einen Parkplatz dort, wo ich hinmöchte und wenn ja, wie lange muss ich dann noch zu Fuß bis zu meinem Zielort laufen und teuer ist das Parken auch noch. Das alles gibt es auf dem Land nicht. Platz satt und das einzige, was einem auf dem Weg zum Einkaufen passieren kann, ist, dass einem ein Trecker mit Heuballen in die Quere kommt, hinter dem ich dann etwas langsamer des Weges zuckeln muss. In die Dorfkneipe geht man einfach zu Fuß und das ist auch besser so.

 



Kommentar schreiben

Kommentare: 0