Advent auf dem Dorf (jh)

Es gibt kleine Feierlichkeiten, die sind so schön, dass nicht nur Eltern mit Kindern sie besuchen sondern sich hierbei nahezu das ganze Dorf versammelt. So geschehen beim traditionellen Aufstellen des Weihnachtsbaumes in unserem schönen Zülpich-Nemmenich.


Leichte Aufregung herrschte unter der vier Meter hohen Tanne, als die Kindergartenkinder ihre Weihnachtsmützen überzogen und die musikalisch begabten Nachbarn noch schnell das kleine Licht am Notenständer anknipsten. Endlich war es wieder soweit: jeden Samstag vor dem ersten Advent wird bei uns der Weihnachtsbaum im Dorf aufgestellt.

 

Wir hatten uns, dick eingemummelt mit Mütze, Schal und Handschuhen vor dem Spritzenhaus an der Alten Schule postiert während Ortsvorsteherin Luzia Schumacher noch schnell ihre Blätter sortierte. Die Straßenlaternen spendeten etwas Licht, aber ansonsten war es feierlich dunkel.

Die Knirpse saßen in ihren Buggys und schauten gebannt auf das fröhliche Treiben.



Zu Beginn steht der Weihnachtsbaum sozusagen völlig nackt und unbeleuchtet da. Zum Schluss erleuchtet der Baum den ganzen Platz und ist behangen mit selbst gebasteltem Schmuck der Kindergartenkinder. Sterne, Kugeln und kleine Geschenke zaubern eine festliche Stimmung.

 

Ob "Oh Tannenbaum" oder "Wir sagen Euch an, den lieben Advent" - durch die Begleitung von Akkordeon, Gitarre und Flöte kommt mit jedem Lied mehr Weihnachtsstimmung auf. Weihnachtliche Gedichte tragen zu kurzen Momenten der Ruhe bei.

Der Höhepunkt ist in jedem Jahr die Darbietung der Kindergartenkinder. Dieses Mal hängten sich die Zwerge selbst gebasteltete Trommeln um und spielten "Der kleine Trommler". Natürlich unterstützt von ihren Erzieherinnen, aber dennoch laut und kräftig und mit viel Elan. Und nem ordentlichen "Rumms" auf den Trommeln. Da hatten viele Erwachsene auf einmal "von der Kälte" Tränen in den Augen.

Bevor die Kinder dann ihren Schmuck an den Baum hängen durften, wurde noch das "Nemmenich-Lied" angestimmt. Unser kleines Dorf hat Dank Ludger Sulimma tatsächlich eine eigene Hymne.


Für die Kinder gab es im Anschluss von den Damen der kfd (Gruppe der katholischen Frauen Deutschland) selbst gebackene Muffins und Kakao. Nachdem der Weihnachtsbaum gebührend bewundert wurde, zieht man weiter zum Pfarrheim wo die kfd-Damen mit frischen Reibekuchen, leckerem Spießbraten, Glühwein & Co. die mittlerweile etwas fröstelnden Dorfbewohner verköstigen.

 

Unsere Zwerge wollten dann ihre Buggys verlassen und stiefelten schnurstracks zum wenige Meter entfernten Spielplatz. An Mamas und Papas sicherer Hand machen Rutschen und Schaukeln auch im Dunkeln (zumindest aber mit etwas Licht von den Straßenlaternen) Spaß.

 

Für Außenstehende mag so ein kleiner Festakt nichts Besonderes sein. Wir im Dorf hingegen genießen gerade solche Feierlichkeiten, um einfach in der Gemeinschaft ein paar schöne Stunden zu verbringen. Um nette Gespräche zu führen, zu lachen und Spaß zu haben braucht es einfach nicht immer eine riesige Party mit zehnstündigem Programm.


Wir wünschen Euch an dieser Stelle eine wunderschöne Adventszeit! Genießt sie und lasst Euch nicht vom Weihnachtstrubel stressen.


Autorin: Landmutti Jennifer Held

Kommentar schreiben

Kommentare: 0