Babybörsentest: Kommissionsmarkt oder Stände - was lohnt sich mehr? (jh)

Foto: www.landmuttis.de
Foto: www.landmuttis.de

Wir waren zur Babybörsen- und Kinderflohmarkt-Zeit im Frühling natürlich wieder mittendrin. Dieses Mal haben wir für Euch die Verkäuferseite getestet und uns auf mehreren Börsen zum Verkauf angemeldet. Wir hatten viel Spaß dabei und konnten nebenher die Haushaltskasse aufbessern. Was will man mehr?


Die Landmuttis mit eigenem Stand:

 

1. Börse: Mechernich-Satzvey

Zum ersten Mal fand in diesem Frühjahr der Kinderflohmarkt der AWO-Kita in Satzvey statt. Landmutti Jennifer Mertens hat unseren Stand angemeldet und so sind wir zwei mit meinem voll gepackten Pick-Up und guter Laune mittags nach Satzvey aufgebrochen.

 

Nach Ankunft und "Hallo!" haben wir unseren Stand aufgebaut, die Kinderkleidung parat gelegt, die kleinen Schuhe nochmal sortiert und die Spielwaren zum xten Mal auf Vollständigkeit überprüft. Anschließend blieb noch genügend Zeit für einen Kaffee und ein Schwätzchen mit den anderen Verkäufern. Zu zweit baut es sich eben doch sehr schnell auf. Es war alles sehr entspannt, aber mit knapp 30 Verkäufern nicht sonderlich voll. Macht nichts, jeder hat einmal klein angefangen. Auch die Käufer waren im Vergleich zu anderen Börsen nicht sonderlich zahlreich - dafür aber umso kauffreudiger. Nach insgesamt 3 Börsen in diesem Frühjahr kann ich rückblickend sagen, dass ich hier den meisten Umsatz gemacht habe.


2. Börse: Kindertrödelmarkt in Kall

Der Besuch dieser Kinderbörse gehört für uns seit die Kleinen da sind zum festen Frühlings-Ritual. Mit mehr als 80 Ständen und einer Schar an Käufern ist er mittlerweile eine Institution. Und so habe ich mich sehr darüber gefreut, dass ich kurzfristig noch nachrücken durfte und für eine abgesprungene Verkäuferin meine Sachen aufbauen konnte.

 

Hier stand für jeden Verkäufer schon ein Tisch bereit, zudem durfte man eine selbst mitgebrachte Kleiderstange aufstellen. Ich hatte exakt die gleiche Platzmenge wie in Satzvey zur Verfügung, aber so alleine war das Reinschleppen und Aufbauen dann doch deutlich mühsamer.

 

Ich war von Käuferseite schon das dichte Gedränge in Kall gewohnt - aber an meinem Verkaufstisch stehend war das doch wieder sehr beeindruckend. So viele Käufer, Wahnsinn. 

Ich hatte mich tatsächlich getraut und zu der Markenware auch zum ersten Mal selbst genähte Kleidungsstücke gelegt, die Junior nicht mehr passen. Entgegen meinen Erwartungen gingen diese Kleidungsstücke weg wie warme Semmeln. Das hat mein Näh-Herz sehr gefreut. 

 

Schön ist in Kall auch der separate Bereich für große Teile wie Roller, Babyschalen, Dreirad und Co.

 

Am Schluss war ich sehr zufrieden mit meiner Finanzlage. Immerhin hab ich zwei Kartons zusammengefaltet und liegend mit nach Hause genommen.


 Tipps für einen eigenen Stand:

  1. Wenn keine Tische zur Verfügung gestellt werden, dann nehmt am besten einen Tapeziertisch mit. Der bietet nicht nur 3 Meter Platz in der Breite, sondern lässt sich platzsparend verstauen und schnell aufbauen.
  2. Packt für Euren Tisch eine Tischdecke ein. Das kann auch ein gebügeltes Bettlaken sein. Dann sieht alles etwas schicker aus, was Euch wiederum ein wenig von den anderen abhebt.
  3. Sortiert Eure Ware am besten nach Mädchen und Junge sowie nach Größe. Dann finden sich Käufer schneller zurecht.
  4. Bereitet DIN A4 Schilder vor, auf denen Ihr vermerkt was Ihr verkauft. Zum Beispiel: JUNGE: 80 - 104. Dadurch fühlen sich Käufer eher angesprochen als wenn sie sich erst umständlich durchfragen müssen.
  5. Verstaut Eure Ware für den Transport in Plastikboxen. Diese könnt Ihr dann vor dem Verkaufstisch aufbauen und somit weitere Standfläche nutzen (wenn vom Veranstalter erlaubt).
  6. Die Ware sollte gewaschen und ohne Löcher sein.
  7. Die Anmeldung erfolgt entweder online über die Webseite des Veranstalters, per E-Mail oder Telefon.

Der Verkauf beim Kommissionsmarkt

 

Der dritte Markt war der Kommissionsmarkt in Disternich. Hier hatte ich schon einmal verkauft und war zufrieden gewesen. Aus der Erfahrung heraus habe ich meinen Verkaufskarton gemischt bestückt mit günstiger Kleidung im 1-2 Euro-Bereich, mit teurer Markenkleidung und einigen selbst genähten Sachen. Separat abgegeben habe ich u.a. ein Dreirad. 

 

Bei Kommissionsmärkten gibt es vorgegebene Bring- und Abholzeiten für Eure Sachen. Bei vielen Märkten ist neben der komplett etikettierten Ware auch eine Liste mitzubringen, auf der die Waren nochmal aufgeführt sind. Je nach Größe des Marktes dauert das Hinbringen zwischen wenigen Minuten (= Karton einer Mitarbeiterin in die Hand drücken) und einer halben Stunde (=in der Schlange anstellen). Landmutti Jennifer Mertens und ich haben uns bei den Märkten mit dem Bringen und Holen der Ware auch schon abgewechselt. Bei den meisten Märkten ist es erlaubt die Ware durch Dritte bringen zu lassen und minimiert den Aufwand.

 

Bei fast allen Märkten ist die Anzahl der Artikel, die man zum Verkauf abgeben kann, begrenzt. Dadurch muss man schon gut überlegen, welche Sachen man zum Verkauf mitgibt. Für den Käufer wiederum ist das positiv, denn so muss er sich nicht durch Tonnen an Ramsch wühlen.

 

Auch dieses Jahr war ich mit der "Ausbeute" in Disternich sehr zufrieden.


Tipps für den Kommissionsmarkt

 

Beim Kommissionsmarkt ist es von Vorteil wenn man das Einkäuferklientel kennt oder einschätzen kann, um den Verkaufskarton entsprechend zu packen. Schließlich ist die Menge begrenzt und ich habe keinen direkten Kontakt zum Käufer, um bspw. den Preis nochmal zu verhandeln.Meiner persönlichen Erfahrung nach sind zum einen sehr günstige Kleidung für maximal 2 Euro gut verkäuflich, wie aber auch gut erhaltene Markenware zum höheren aber noch vernünftigen Preis. Alles was preislich dazwischen lag habe ich immer zurück bekommen. Bodys, Unterwäsche und Bettwäsche habe ich bisher nicht abgegeben, da ich diese selbst nicht gebraucht kaufen würde.

 

Bei großen Teilen wie Dreirad, Rutschfahrzeug, Lauflernwagen & Co. habe ich beim Kommissionsmarkt deutlich bessere Erfahrungen gemacht als beim Standverkauf. Auch den Stubenwagen habe ich in Disternich problemlos verkaufen können.

Auch hier sollte die Ware einwandfrei ohne Flecken, Löcher, etc. sein.Beim Etikettieren der Ware am besten darauf achten, dass Ihr keine Aufkleber nehmt, sondern die Schilder mit Geschenkband am Warenetikett oder der Schlaufe zum Aufhängen befestigt. Jeder Markt gibt genau vor wie die Kleidung etikettiert werden muss.

 

Bei Euren Preisen müsst Ihr sehr genau überlegen, denn schließlich kann der Käufer nicht handeln. Fragt Euch am besten selbst, ob Ihr das Kleidungsstück bei jemand anderem (!!!) für den Preis tatsächlich kaufen würdet. Beachtet bei Eurer Preisgestaltung immer, dass von dem Preis immer noch eine Verkaufsprovision abgeht.

 

Wird der Markt privat organisiert oder von einem Verein? Bei letzterem ist es meistens ein Förderverein für Kita, Schule & Co und der Erlös des Marktes kommt der jeweiligen Einrichtung zugute. Oder der Erlös fließt direkt in ein benanntes Projekt im Veranstaltungsort selbst. Bei Kommissionsmärkten habe ich mit privat organisierten Märkten leider schlechte Erfahrungen gemacht. Hier war den Organisatoren anscheinend eher daran gelegen selbst zu verkaufen und die Waren der anderen Verkäufer landeten dementsprechend weit unten oder hinten. Als ich bei einem solchen Markt dann schon wieder nach Abzug der Kosten lediglich 6 Euro an Gewinn und einen vollen Karton ausgehändigt bekam, habe ich den Test gemacht und den Karton so wie er war bei einem Kommissionsmarkt abgegeben, der von einem Förderverein organisiert wird. Und schwups bekam ich einen dicken Umschlag und einen leeren Karton wieder zurück. Daher gebe ich meine Ware nur noch bei Kommissionsmärkten ab, die erkennbar für einen ganz bestimmten Zweck stattfinden oder noch besser von einem Förderverein organisiert sind.

Ist es fies jetzt alle über einen Kamm zu scheren? Sicher. Ich habe nach mehreren privat organisierten Kommissionsmärkten einfach für mich selbst diesen Schluss gezogen. Wenn Ihr andere Erfahrungen gemacht habt dann freut mich das sehr!


Was verkauft sich wo am besten?

Dies ist eine rein auf persönlicher Erfahrung beruhende Liste!

 

Kommissionsmarkt: Großteile wie Stubenwagen, Dreirad, Laufrad, Kinderwagen, günstige Kleidung 1-2 Euro

 

Standmarkt: Schuhe, teure Markenkleidung, Spielzeug, Erstausstattung (Spielbogen, Flaschenwärmer & Co.), Schlafsäcke, selbst genähte Kleidung

 

Schwangerschaftskleidung scheint sich generell überall schlecht zu verkaufen. Das habe ich auch von deren Müttern bestätigt bekommen.


Vor- und Nachteile

 

Vorteile eines Verkaufsstandes:

- Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer.

- Als Käufer kann ich beim Preis handeln.

- Als Verkäufer kann ich viele Waren anbieten und gegebenenfalls nachlegen.

- Die Gebühren sind oft überschaubar.

 

Nachteile eines Verkaufsstandes:

- Zeitaufwand mit Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung relativ hoch.

- Schleppen, schleppen, schleppen...

 

Vorteile beim Kommissionsmarkt:

- Man muss nicht selbst verkaufen.

- Zeitaufwand deutlich geringer.

- Hier lassen sich Großteile recht gut verkaufen.

 

Nachteile beim Kommissionsmarkt:

- Das Etikettieren der Ware kann nervig sein und dauert.

- Ware kann verloren gehen.

- Gebühren sind aufgrund des hohen Aufwandes für den Veranstalter meistens höher. Neben einer Verkaufsgebühr wird pro verkauftem Artikel nochmal eine Verkaufsprovision erhoben.


Mein Fazit:

 

Die Börsen im Frühjahr haben mir großen Spaß gemacht. Alle drei Märkte waren gut organisiert, die Ansprechpartner waren freundlich und hilfsbereit und ich habe mich als Verkäuferin ernstgenommen und wohl gefühlt. Insgesamt 250 Euro habe ich für unsere Haushaltskasse durch den Verkauf von gebrauchter Kleidung & Co. ergattern können. Somit war der benötigte neue Autositz für Junior schonmal abbezahlt. Perfekt.

 

Grundsätzlich habe ich an meinen Ständen mehr Einnahmen erzielt als beim Kommissionsmarkt. Das führe ich allerdings auf die limitierte Anzahl der Waren zurück und nicht auf den Markt an sich. Wenn ich wieder die Chance bekomme, würde ich auch in der Herbstsaison wieder Stand- & Kommissionsmarkt in Anspruch nehmen. Denn was sich bei dem einen eher schleppend verkauft geht bei dem anderen weg wie warme Semmeln.

 

Ihr habt noch weitere Verkaufstipps? Dann immer her damit! Wir freuen uns über Eure Anregung.

 

Kinderbörsen 2018 findet Ihr natürlich weiterhin in unserer Liste. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Verkaufen und Einkaufen!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0