Apfelernte 2018 (jh)

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Da habe ich Euch in 2018 vom Wachstum unserer Bäume und der Apfelanzahl berichtet und dann habe ich glatt verschwitzt, Euch die Apfelernte zu präsentieren. Entschuldigung! Das hole ich jetzt sofort nach - denn die Ernte im vergangenen Jahr fiel wirklich gut aus.

 

Erinnert Ihr Euch noch an die eher magere Apfelausbeute aus dem Jahr 2017? 2018 hingegen war ein großartiges Apfeljahr für uns. Und mein neuer Apfelpflücker kam endlich zum Einsatz...


Unsere vier Säulenäpfel im Garten haben im vergangenen Jahr unterschiedlich, aber dennoch sehr viele Äpfel getragen. Darüber hatte ich auch schon berichtet. Aufgrund des trockenen Sommers mussten wir viel wässern, aber diese Aufgabe hat der Mini-Held mit großer Hingabe übernommen. Am Gartenhaus fließt das Regenwasser von der Regenrinne direkt in einen großen Wassertank, den wir für die Äpfel auch wirklich gebraucht haben. 

 

Die Hitze sorgte dafür, dass die ersten Äpfel vergleichsweise früh herunter fielen, aber natürlich noch überhaupt nicht schmeckten. Die kleinen Äpfel sammelten wir vom Boden ein und mussten sie wegwerfen, da sich vor allem die Wespen schnell daran zu schaffen machten - im Spielbereich des Kindes nicht gerade schön.

Mitte September war es dann soweit: Da jetzt auch die großen Äpfel herunterfielen haben wir uns einen Wäschekorb geschnappt und die Bäume abgepflückt. Hatten wir im Jahr 2017 nur einen kleinen Sandeimer voll ernten können, füllte sich mit unseren eigenen Äpfeln fast die ganze Wanne. Da waren wir dann doch etwas stolz.

Im Jahr 2016 hatte ich mir einen schönen Apfelpflücker gekauft, der dann aber nicht mehr zum Einsatz kam. Aber wir wollten dieses Mal unbedingt Saft von selbst gepflückten Äpfeln haben, denn den mögen wir alle sehr gerne. Mir schmeckt er einfach viel besser als der Tütensaft aus dem Supermarkt und ich weiß genau, was drin ist.

Und so zogen wir mit Apfelpflücker, Handschuhen und Bollerwagen durch die Nachbarschaft von Baum zu Baum. In unserer Region haben viele Privatpersonen noch alte Obstbäume im Garten stehen, deren Früchte sie aber nicht komplett verarbeiten können oder wollen. Und so tummeln sich auf zahlreichen Internetkanälen die kostenfreien Pflückangebote von Apfel über Birne bis zur Quitte. 

 

Der Mini-Held hatte riesigen Spaß an der Sammelaktion. Er war fast schon übermotiviert, sodass wir angekatschte Äpfel allzu oft aussortieren mussten, da der Zwerg sie ordentlich in den Bollerwagen pfefferte. Schließlich haben wir ihm eine eigene Tüte gegeben, damit er nicht alle Äpfel so beschädigte, dass sie kurzerhand zu faulen begannen. Diese Äpfel haben wir zeitig gegessen und zu Kompott verarbeitet. 

 

Mit selbst macht das Apfelpflücken sehr viel Freude. Warum genau kann ich dabei nicht einmal sagen. Ich finde es einfach schön, nach getaner Arbeit lecker duftende Äpfel nach Hause zu transportieren. Deshalb hat es mich sehr gefreut, dass auch der Mini-Held seinen Spaß dabei hatte und fleißig Äpfel und Birnen sammelte. Schließlich hatten wir so viele Äpfel, dass die ganze Garage danach duftete. Einfach herrlich.

In unserer Region gibt es die mobile Saftpresse der Sonne. Auf der Website werden zum Beginn des Herbstes die Presstermine und -standorte bekannt gegeben, zu denen man sich anmelden kann.Wir bekamen für September einen Termin im wenige Minuten entfernten Kall.

Am Abend vorher schauten wir noch einmal die Apfelkisten durch, um auszuschließen dass doch noch faules Obst in der Presse landet. Am Morgen beluden wir den Pickup mit mehr als 120 Kilogramm Äpfeln und Birnen und machten uns auf den Weg nach Kall.

Im Grunde funktioniert das Pressen relativ einfach und zügig. Wir haben die Äpfel auf das Förderband geschüttet, welches die Äpfel zur Presse transportiert. Hier werden die Äpfel erst einmal gewaschen und anschließend zerkleinert. Danach wird das Obst zerkleinert und gepresst. Der Saft läuft in Kessel hinein, in denen er auf 70 Grad erhitzt und dadurch haltbar gemacht wird. Nach dem Erhitzen wird der Saft in Plastikbeutel abgefüllt, die dann in Kartonagen verpackt werden. Je fünf Liter Apfelsaft werden abgepackt. Der Saft ist nach dem Öffnen ungekühlt mehrere Wochen und ungeöffnet mindestens ein Jahr haltbar. Pro 5-Liter-Gebinde sind 6 Euro zu zahlen. Da wir noch Kartons aus vorherigen Aktionen hatten, verringerte sich der Preis um 50 Cent pro Karton.

Der Mini-Held stand fasziniert vor der riesigen Maschine, an der drei Männer gleichzeitig arbeiteten.Geduldig schaute er zu, wie die Personen vor uns ihre Äpfel nach und nach in die Maschine kippten. Als mein Mann dann unsere Körbe entleerte, hüpfte der Zwerg aufgeregt von einem Bein aufs andere. Bevor unser Apfelsaft zum Erhitzen in die Tanks floss, drückte ihm der Zülpicher Obstbaumwart und Organisator des Presstermins Martin Holzportz einen bunten Becher in die Hand. Mit großen Augen ging er um die Pressmaschine herumgehen und ließ sich von einem der Helfer den Becher mit unserem Apfelsaft befüllen. Noch bevor ich sagen konnte "Darf ich auch mal probieren?", war der Becher auch schon leer. Lautstark verlangte Mini nach mehr von dem anscheinend leckeren Apfelsaft. Da unser Saft allerdings gerade mit 70 Grad im Kessel verweilte, war das nicht möglich. Netterweise erklärte sich der Landwirt hinter uns mit einem Grinsen bereit, von seinem Apfelsaft etwas abzugeben.

Ganze 70 Liter Apfelsaft haben wir in 14 Kartons wieder mit nach Hause genommen. Und irgendwie gehen die Kartons schneller "weg" als man vorher so denkt. Denn nicht nur wir trinken gerne leckeren Apfelsaft. So macht sich das 5-Liter-Gebinde mit einer schönen Schleife auch sehr gut als Mitbring-Geschenk.

 

Zugegeben, 6 Euro für 5 Liter Apfelsaft sind kein Schnäppchen. Aber wir geben dieses Geld gerne aus. Einfach, weil wir wissen was in unseren Kartons tatsächlich drin ist. Wir haben sozusagen schon fast Bio-Qualität zuhause, da wir nur von ungespritzten Bäumen gepflückt haben. Und ein leckerer Bio-Apfelsaft aus dem Supermarkt mit einem Fruchtgehalt von 100 Prozent ist auch nicht gerade billig.

 

Wir freuen uns schon auf die Apfelernte 2019!



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